Unmittelbar nach der Zerstörung der Experimentaluniversität von Vincennes durch die französische Regierung widmete Gilles Deleuze seine ersten Vorlesungen in den neuen Räumlichkeiten in Saint-Denis der Philosophie von Spinoza. Das hatte programmatischen Charakter, denn das gewaltige Werk Spinozas nimmt eine zentrale Rolle im Denken von Deleuze ein.
Deleuze will die zutiefst lebenspraktische Bedeutung von Spinozas Philosophie aufzeigen, die in Grundfragen des Spinozismus aufscheint: Wie lässt sich die Negativität der Leidenschaften Hass und Neid bezwingen? Wie kann man die Moral überwinden durch eine Ethik des Guten und des Schlechten? Diese Fragen führen zu einer neuen Theorie der Zeichen, die das Leben leiten. Mit Spinoza entwirft Deleuze eine Welt im hellen Licht der Vernunft, in der Gott mit den Kräften der Natur verschmilzt und alle Wesen gleich sind und fähig, ihre Macht zu entfalten.






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