Südlich der Sahara – das erste Buch über den Sahel
Im Westen gilt der Sahel längst als Inbegriff von Terror, Vielfachkrise und demokratischem Zerfall. Zugleich verschärfen sich Konflikte mit westlichen Partnern, während neue geopolitische Allianzen entstehen etwa mit Russland, China und der Türkei. Doch diese Sicht blendet die Perspektiven der lokalen Bevölkerung aus. Am Beispiel von Burkina Faso, Mali und Niger zeigt der Soziologe und Menschenrechtsexperte Olaf Bernau, wie im Sahel um die Konturen einer polyzentrischen und somit postwestlichen Weltordnung gerungen wird.
Olaf Bernau plädiert in seinem neuen Buch für einen Perspektivwechsel. Er zeigt, dass die Umwälzungen im Sahel Teil eines globalen Wandels sind, in dem sich die Machtverhältnisse seit dem späten 20. Jahrhundert immer stärker zugunsten des globalen Südens verschieben. Große Teile der Bevölkerung sind nicht mehr bereit, die westliche Vormachtstellung widerspruchslos hinzunehmen. Maßgeblich sind jahrzehntelange Erfahrungen politischer und ökonomischer Marginalisierung, aber auch religiöse Überzeugungen und postkoloniale Selbstverständnisse. Auf der Grundlage regelmäßiger Aufenthalte im Sahel, zahlreicher Interviews und intensiver Recherchen verbindet Bernau regionale Analyse mit globaler Zeitdiagnose. Das Buch ist eine Einladung, den Sahel nicht länger als Randzone zu betrachten sondern als vielfältig geprägte Weltregion an der Schnittstelle zwischen Nord- und Subsahara-Afrika, in der sich das Ringen um die Konturen einer polyzentrischen und somit postwestlichen Weltordnung exemplarisch nachvollziehen lässt.






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