Die falschen Versprechen der Abschreckung Bernd Greiners historische Intervention
Über Abschreckung wird seit Russlands Angriff auf die gesamte Ukraine wieder verstärkt diskutiert. Aber wie schreckt man eine Atommacht ab? Braucht es eine deutsche oder europäische Bombe? Und lässt sich mit Atomwaffen überhaupt Sicherheit schaffen? Bernd Greiner erinnert in diesem Buch an die Erfahrungen des Kalten Krieges und erhebt Einspruch gegen die grassierende Bombenstimmung.
Die Geschichte des Kalten Krieges zeigt, dass atomare Abschreckung mehr Probleme schafft, als sie löst und dass die realen Risiken eines Atomkrieges die imaginierten Vorteile der Abschreckung bei weitem überwiegen. Brenzlige Krisen gab es damals zuhauf, von irrwitzigen Versehen gar nicht erst zu reden. Und obwohl es niemand zum Äußersten treiben wollte, schrammte die Welt mehrmals nur um Haaresbreite an einer Katastrophe vorbei. Wir hatten oft einfach nur Glück, das Glück derer, die von Zufällen oder anderen unvorhersehbaren Umständen profitieren und darüber allzu gerne verdrängen, dass ihr Glück irgendwann zur Neige gehen wird. Denn atomare Abschreckung beruht im Grunde auf einer Wette. Der Einsatz ist das Leben von Milliarden Menschen auf allen Kontinenten. Gewettet wird, dass ein nicht perfektes System immer perfekt funktioniert und dass die grundsätzlich fehlbare Spezies Mensch sich keine fatalen Fehler leistet. Dass also das Unwahrscheinlichste auf Dauer Bestand hat. Nicht wegen, sondern trotz atomarer Abschreckung wurde also bislang ein Zustand bewahrt, der den Namen Frieden eigentlich nicht verdient.






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