Zur Rolle außerakademischer Räume im Aufbau der Kultur- und Sozialwissenschaften im frühen 20. Jahrhundert – Forschungsheime, Reforminstitute und Denkzirkel als alternative Wissensinfrastrukturen.Wie lässt sich die Geschichte der Kultur- und Sozialwissenschaften schreiben, wenn man den Blick über die Universitäten hinaus weitet? In diesem Band wird nach außeruniversitären Räumen der Wissensproduktion gefragt, die in der Weimarer Republik Konjunktur hatten: Forschungskollegs, Reforminstitute, Genossenschaften, Stiftungen, Erkenntniskollektive und Lebensschulen. In exemplarischen Fallstudien werden diese Infrastrukturen, ihre Akteur:innen und soziokulturellen Einhegungen untersucht. Die Genese dieser Wissensräume reicht von der Kulturkritik der Zwischenkriegszeit bis zu kooperativen Praxisformen, von apodiktischen Neuanfängen im Kontext des Umbruchs von 1918/19 bis zu institutionellen Experimenten an der Schnittstelle zu Kunst- und Lebensreform. Somit erschließt sich ein bislang wenig kartiertes Feld der Wissenschafts- und Ideengeschichte und bietet sich ein anregender Fundus für alle, die sich für die pluralen Entstehungskontexte kultur- und sozialwissenschaftlicher Denkraumschöpfungen interessieren – jenseits disziplinärer Linien und universitärer Mauern.
Wissensräume jenseits der Universität
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