Die Geschichte einer lebenslangen Freundschaft: Zwei Männer in den letzten Jahren der DDR, der Wendezeit und den Jahrzehnten danach – »Mein Ehrgeiz, sein Freigeist. Unser Tanz vor den Frauen.«
1983 lernen sich Alexander und Christian in Leipzig kennen. Beide studieren an der Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität, dem »Roten Kloster«. Alexander stammt aus einer katholischen Familie im Prenzlauer Berg und hat früh lernen müssen, sich im sozialistischen Staat durchzuschlängeln. Christian weigert sich dagegen beharrlich, sich dem DDR-System anzupassen. Sie trinken viel, schlafen wenig und konkurrieren um Frauen. Während ihr Land zerfällt, feiern beide eine endlose Party.
Nach der Wende steigt Alexander schnell auf. Er beginnt als Journalist bei der Berliner Zeitung, schreibt preisgekrönte Texte und reist durch die Welt. Christian jedoch findet in der neuen Gesellschaft keinen Platz. Er zelebriert sein Leben als Außenseiter und Lebenskünstler, produziert Ideen wie ein Daumenkino mit den schönsten Toren des FC Bayern, schreibt Gedichte und fotografiert die Risse im Asphalt. Für Alexander aber bleibt er der Mann, der ihn mit seiner Vergangenheit und seinem inneren Kern verbindet. Als Alexander heiratet, wird er sein Trauzeuge.
Dann erkrankt Christian an Krebs, und Alexander besucht ihn in einem Berliner Krankenhaus. Dort liest er ihm aus Mark Twains »Huckleberry Finn« vor und zieht Parallelen zwischen dem freigeistigen Huck Finn und Christian, der sich lebenslang den Normen und der »Zivilisierung«, der Eingliederung in die Gesellschaft, widersetzt hat. In einem letzten Versuch, Ordnung in Christians Hinterlassenschaft zu bringen, holt Alexander Christians Tochter Franziska ans Sterbebett. Sie hat ihren Vater nie zuvor gesehen. Als Christian schließlich stirbt, spürt Alexander, dass damit auch in seinem Leben etwas zu Ende geht. Es ist der Ausgangspunkt dieses bewegenden Textes.
Alexander Osangs Memoir ist nicht nur ein Buch über eine Freundschaft, die den Untergang eines Gesellschaftssystems überstanden hat, es fragt auch generell nach dem Wesen und den Formen von Freundschaft. Es ist gleichermaßen Selbstporträt wie Porträt eines ungewöhnlichen Menschen. Und es ist nicht nur ein Buch über spezifisch ostdeutsche Erfahrungen vor und nach der Wende, sondern zeigt allgemein die Verschiedenartigkeit, Zufälligkeit und Brüchigkeit von Lebenswegen.






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